über mich

Mein Name ist Raphael ***** und ich wurde am 21.06.1968 geboren. Viele meiner Freunde nennen mich nur kurz Garou.(kommt übrigens von dem französischen Wort für Werwolf "Loup Garou", aber keine Angst:) Ich erinnere mich dass ich schon als Kind stets spürte, dass irgend etwas mit mir anders war als bei den anderen Kindern. Ich war in der Schule ein Außenseiter und Eigenbrötler. Mädchen interessierten mich nie und ich verabscheute es mit Puppen zu spielen, viel lieber ging ich hinunter auf den Hof und spielte mit den Nachbarsjungen Fussball, kletterte auf Bäume, baute Futterhäuschen und Nistkästen für Vögel, stromerte sehr gerne durch Wälder und beobachtete mit meinem Fernglas Tiere.

Meine körperliche "Besonderheit" fiel im Säugling und Kleinkindalter noch keinem großartig auf. Und so wuchs ich zunächst als "Mädchen" auf.

Als ich jedoch in die Pubertät kam veränderte sich einiges an und in mir recht drastisch. Meiner Mutter fiel auf dass ich mit 14 Jahren noch nicht meine Regelblutung hatte und ebenso kein Wachstum der Brüste zu erkennen war. Sie wurde dadurch vermutlich nervös. Ich selbst stellte fest, dass ich mich plötzlich auch für Mädchen zu interessieren begann, aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben.

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Meine Mutter brachte mich also mit 14 zu einem Gynäkologen um mich untersuchen zu lassen. Das Ergebnis versetzte diesen älteren Herren in sichtliche Aufregung und er bat meine Mutter mich nach draussen zu bringen, um sich anschliessend mit ihr unter vier Augen zu unterhalten. Ich bekam davon nichts mit. Allerdings bemerkte ich auch Veränderungen an meinem Körper, die gewiss nicht typisch waren für ein Mädchen von 14 Jahren. Meine Klitoris, zumindest dachte ich das es eine sein müsste, schien ins unendliche wachsen zu wollen und sah völlig anders aus in Form und Lage, als ich es aus einem Medizinbuch kannte. Viel eher wie ein Penis (Ich wußte damals ja nicht dass man bei uns von intersexuellem Genitale spricht) In meinen Leisten schien etwas zu wachsen was ich nicht deuten konnte. Bei körperlicher Anstrengung, wie zum Beispiel das Heben von schweren Gegenständen, traten links und rechts in meinen Leisten so etwas ähnliches wie Tischtennisbällchen heraus. Wenn ich mich versehentlich in dieser Region stiess, brach ich förmlich zusammen vor Schmerz. Aber ich hatte keinen Schimmer was sich da in meinem Körper abspielte. Eines wusste ich, ein Mädchen muss eine Vagina haben und diese suchte ich bei mir, aber vergeblich ! Ausserdem hatte und habe ich absolut keine Achselbehaarung. Die Schambehaarung entwickelte sich zu dieser Zeit völlig normal.

Ich war sehr verunsichert in dieser Zeit und wusste mir keinen Rat. Mädchen und junge Frauen erregten mich sexuell und dies verschlimmerte alles nur noch mehr. Ich dachte mir das ich eine Lesbe werde und hatte die unmöglichsten Gedankengänge. Ich schämte mich vor mir selbst und zog mich immer mehr in mich zurück. Mit 16 Jahren ging ich auf eine Berufsschule und war dort von Montag bis Freitag, ich fuhr immer erst am Wochenende mit dem Zug nach Hause. Dort lernte ich ein Mädchen kennen, welches mir unglaublich gut gefiel, sie lag mit auf meinem Zimmer und so passierte nach einigen Wochen was passieren musste. Sie sagte zu mir das ich etwas an mir hätte was sie sehr interessiert, aber sie weiß nicht was es sei. Sie beobachtete mich und schliesslich lud ich sie eines abends in eine Wirtschaft ein. Wir tranken Wein und Bier und auch Wodka, es war ein sehr lustiger und unterhaltsamer Abend. Doch als wir die Wirtschaft verliessen und die frische Luft einatmeten, stellten wir fest, dass mit den Gesetzen der Schwerkraft etwas nicht stimmte. Wir torkelten und kicherten, hakten uns gegenseitig unter und brauchten die ganze Strassenbreite für den Weg ins Internat.

Dort angekommen versuchten wir so unauffällig wie möglich in unsere Bettchen zu kommen, denn ab 22.00 Uhr war Nachtruhe angeordnet und wir hatten diese Zeit längst überschritten. Ich weiß nicht mehr wie es dazu kam , aber ich wachte am nächsten Morgen in ihrem Bett auf und wir beide waren nackt. Sie lächelte mich an und flüsterte das ich mich runter in mein Bett legen müsse damit die anderen nichts davon mitbekommen. Mir war hundeelend und ich hatte einen ausgewachsenen Kater. Aber der Satz den sie mir dann an den Kopf warf machte mich von einer Sekunde zur anderen nüchtern und hellwach. Sie sagte: "Du bist aber kein richtiges Mädchen, was heute Nacht geschah fand ich wundervoll, aber es hat mich auch völlig sprachlos gemacht", ich schluckte und wusste für den Moment nicht was ich dazu sagen sollte. Sie sah mich eindringlich an und bohrte erneut mit Fragen denen ich versuchte auszuweichen. Sie sagte mit leiser Stimme, "ein richtiger Junge bist Du aber auch nicht, wenn das der Fall wäre würde ich dich später sehr gerne heiraten, aber an dir ist etwas völlig anders, du hast da etwas wie einen Penis, aber wo sind deine Hoden???", ich war zutiefst beschämt und es durchschoß mich wie ein Blitzschlag. Waren die rundlichen"Dinger" in meinen Leisten etwa Hoden ?

Dazu muss ich offen sagen dass ich, wenn ich selbst Hand an mich legte bemerkte, dass mein Körper während des Orgasmus etwas absonderte was weißlich war und durchaus etwas wie Sperma sein konnte. Aber ich war zu unaufgeklärt und zu unerfahren um es mir vorstellen zu können. Meine Eltern sprach ich darauf nie an , in unserer Familie wurde nicht offen über Sexualität gesprochen. Langsam hatte ich das Gefühl verrückt zu werden. Ich rätselte und untersuchte mich, war ich am Ende doch ein Kerl ? Oder was war ich ??? Mein Gesicht ist eher feminin, allerdings streiten sich da die Geister. Mein Knochenbau jedoch und meine Figur sind eher maskulin. Ich habe recht große und kräftige Hände, völlig untypisch für ein Mädchen oder eine junge Frau. Meine Körpergröße beträgt 1,77m und mein Gewicht liegt heute (2011) bei 58 kg. Für alle die es interessiert, Schuhgröße 42. ;)

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Als ich gerade 17 Jahre wurde sagten meine Eltern dass sie mit mir in die Friedrich Schiller Universität nach Jena fahren werden, um mich dort gründlich untersuchen zu lassen, ich hätte eine sehr seltene "Krankheit", aber es sei nichts schlimmes und ich würde wieder gesund werden. Ich sollte dort für 8 Tage stationär aufgenommen werden. In Jena angekommen nahm man mir Blut ab und einen Tag später wurde mir unter Vollnarkose durch einen kleinen Schnitt im Nabel eine Sonde in meinen Körper geschoben, um meine Innereien zu untersuchen. Auch dort erfuhr ich trotz bohrender Fragen meinerseits nichts genaues über meine sogenannte "seltene Krankheit". Der behandelnde Professor, Herr Carol, war sehr nett und ungewöhnlich umsorgend zu mir. Ich hatte nur einen Wunsch, endlich die volle Wahrheit zu erfahren.

Professor Carol teilte mir am Tage der Entlassung mit, dass ich mich einer Operation unterziehen muss. Diese sollte, nach seiner Aussage, im Oktober des gleichen Jahres im Bezirksklinikum Cottbus durchgeführt werden. Er und der dort ansässige Professor Radzuweit würden die Operation durchführen. Es sei nichts schlimmes oder beunruhigendes, müsse aber gemacht werden. Ich hatte keine Wahl und mußte mich fügen. Schliesslich wollte ich ja wieder "gesund" werden, was immer ich auch für eine komische Krankheit haben sollte.

Der Sommer ging ins Land und es wurde sehr schnell Oktober, der Termin meiner stationären Aufnahme rückte immer näher und ich wußte immer noch nicht warum genau ich in diese Klinik mußte. Nur eines war von vornherein klar, der Klinikaufenthalt sollte 4 - 6 Wochen dauern. Ich war also alles andere als erpicht darauf dort hinzukommen. Bereits am ersten Tage nach der stationären Aufnahme fingen die Untersuchungen an, täglich das volle Programm. Blutentnahme, Ultraschall, Nieren röntgen, wobei man da eine Flüssigkeit injeziert bekommt von der einem schrecklich heiss wird, ein sehr unangenehmes Gefühl, und immer wieder Untersuchungen an meinem Körper, bei denen manchmal bis zu 10 Ärzte, oder solche die es werden wollen, mit anwesend waren, eine unbeschreibliche Erniedrigung !!!! Ich schämte mich so sehr und musste da völlig nackt auf diesem verfluchten Stuhl vor denen liegen und mir auf meinem Bauch und Unterleib herumdrücken lassen. Dies lief genau zwei Wochen so ab! Dann waren die Untersuchungen abgeschlossen. Das schlimmste Erlebnis dabei war die Blasenspiegelung, auf die ich jetzt aus persönlichen Gründen nicht näher eingehen mag. Ich fühlte mich aber mittlerweile wie nichts anderes als eine Laborratte !

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Zwei Tage vor der Operation wurde ich aus meinem Zimmer geholt und in einen grossen Raum gebracht wo mich eine Schwester fotografieren sollte. Nackt !!! Zu Studienzwecken, so die Antwort auf meine Verständnislosigkeit ! Ich musste beide Arme über dem Kopf verschränken damit man die unbehaarten Achselhöhlen fotografieren konnte. Unterhalb der Gürtellinie wurde auch alles abgelichtet und ich wünschte mir ein großes Loch im Erdboden in das ich hätte versinken können. Nachdem ich diese Prozedur dann endlich überstanden hatte, sollte ich beim Professor erscheinen und mit ihm über den Ablauf der Operation sprechen. Ich war voller Spannung und erhoffte mir nun endlich Antworten auf all meine Fragen ! Doch weit gefehlt, ich bekam nur mitgeteilt dass die Operation sehr wichtig sei und dass mir etwas entfernt wird, was später einmal zu Problemen führen könnte. Ich sah ihn ratlos an und hakte stur nach. Er sagte das ich einen "Gendefekt" hätte, der nun operativ behoben werden müßte.

Damit mußte ich mich also zufrieden geben. Ich hatte diese Geheimniskrämerei so satt und ich wurde allmählich wütend. Ich ahnte instiktiv was die mit mir vorhatten und das Verhalten der Professoren zeigte mir, dass es etwas war, was ich wohl niemals erfahren sollte. Ich begann zu erahnen das ich Hoden besaß und die wollte man mir wegnehmen. Was aber sollte mit meinem kleinen "Freund" passieren ??? Nehmen die mir IHN weg ??? Diese Frage schoss mir durch den Kopf und ich bekam regelrechte Panikattacken. Aber es kam was kommen mußte und ich konnte es nicht aufhalten. Ich wurde am nächsten Morgen rasiert und fühlte mich zu gut deutsch beschissen. Nachdem ich die "Leck mich am Arsch - Spritze" erhalten hatte wurde ich aus dem Zimmer gekarrt, in den Fahrstuhl geschoben und im OP Saal "geparkt".

Ich bekam dann rasch meine Narkose und war kurz darauf im "Lande des ewigen Lächelns". Als ich erwachte hatte ich schreckliches Halsweh und einen sehr trockenen Mund. Ich fühlte mich jämmerlich und war nicht in der Lage mich zu bewegen. Mein erster Gedanke war: "Nun hast Du es endlich geschafft. Es ist vorbei" und "ER" war noch da! Dass ich von nun an aber erst wirklich androgyn (geschlechtslos) war, wurde mir erst Jahre später bewußt. Meiner Meinung und Vorstellung nach mußte man die Hoden entfernen, damit sie meinen inneren weiblichen Geschlechtsorganen nicht schaden, dies dachte ich ! Dass ich keinerlei weibliche Geschlechtsorgane besaß wusste ich ja zu diesem Zeitpunkt nicht ! Mir wurden nach der Operation täglich Spritzen in die Oberschenkel verabreicht und ich bekam hochdosiert weibliche Hormone zugeführt. Stete Gewichtszunahme war die Folge. Ich staunte darüber nicht wenig. Aber ich war heilfroh, denn mein kleiner "Freund" blieb mir erhalten, ich wusste noch nicht das dieser in einer späteren OP reduziert werden sollte, welche ich aber Gott sei Dank "schwänzte". Denn obgleich ich weder Kinder bekommen, noch zeugen kann (zumindest jetzt nicht mehr), Lust und sexuelles Verlangen empfinde ich ebenso wie jeder andere Mensch. Jeder der mich kennt weiß, dass ich kein Mönch bin.

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Ich nahm zu und immer weiter zu, hatte ständig Hunger und sah bald aus wie ein aufgedunsener Hefeteig. Wenn ich mich betrachtete wurde mir regelrecht übel. Ich fühlte mich nicht mehr wohl in meiner Haut. Über 15 Jahre nahm ich brav die mir verordneten weiblichen Hormone ein, die meiste Zeit davon ein Präperat welches "Presomen 1,25 compositum" heißt. Wagen wir nun einen Zeitsprung zum Februar 2003. Ich wurde nun schon seit mehr als 4 Jahren mit einer Hormonsubstitution auf Spritzenbasis behandelt. Die orale Verabreichung von Presomen comp. schien nach Aussage des Arztes bei mir nicht aussreichend zu sein. Einmal im Monat bekam ich nun diese Depotinjektion in meinen Hintern gejagt. Das Präparat hies "Androfemon" und war von Jenapharm. Ich bekam Akne davon und mein ganzer Rücken war bereits offen und voller kleiner Narben. Ich bestand darauf das Mittel abzusetzen. Meine Ärztin fragte mich ob ich eigentlich wisse was mit mir los sei, da ich bei ihr nicht den Eindruck erweckte restlos aufgeklärt worden zu sein. Wohlgemerkt, das war im Februar 2003 ! Die Operation fand im Oktober 1986 statt.

Meine Ärztin untersuchte meine Narben in den Leisten und fragte mich, ob ich denn mein Einverständnis zur Kastration gab, ich HÄTTE mich auch durchaus anders entscheiden können. Doch diese Gelegenheit hatte ich niemals! Ich wurde nie vor eine Wahl gestellt. Über mein Schicksal wurde über meinen Kopf hinweg Entschieden. Es war wie ein Schlag ins Gesicht. Ich stotterte und brach in Tränen aus. Sie war sehr lieb, beinah mütterlich und setzte sich neben mich, nun erklärte sie mir alles bis ins kleinste Detail. Sie sagte dass ich ein Hermaphrodit sei, weder Mann noch Frau. Dass ich nie weibliche Geschlechtsorgane besaß und ich genetisch XY, also männlich sei. Allerdings konnte mein Körper mit den in meinen Hoden produzierten Hormonen nichts oder nur sehr wenig anfangen, daher blieb meine Stimme hoch und der Bartwuchs aus, der Penis ist anders und so weiter. Mein Körper konnte also nichts mit den Testosteronen anfangen, die ich bis zu der OP selbst produzierte. Das ist das eigentliche Problem, eine teilweise Resistenz gegen Testosteron. Im Kern männlich zu sein und doch femininer auszusehen.

Ich hörte ihr wortlos zu und es war wie eine Erleuchtung. Eine Befreiung meiner bis dahin gequälten und betrogenen Seele!!! Sie sagte dass die Kastration nicht zwangsläufig notwendig gewesen sei. Man hätte auch dafür sorgen können, dass die Hoden aus dem Körper in einen Hodensack gelangen. Weil die Temperatur im Inneren des Körpers nunmal auf Dauer schädlich für die Hoden sei, könne es später Probleme geben. Ich bekam dann noch alles was sie mir sagte schwarz auf weiss. Wie ich nun damit zurechtkomme ist meine Angelegenheit. Ich bin derzeit bei einem Endokrynologen (Hormonspezialist) in Behandlung, um besser und vor allem gesünder therapiert zu werden. Ich habe 35 Kilo abgenommen und bin endlich wieder so ein dürrer Hering wie schon früher vor der Kastration. Ich bin der festen Überzeugung, dass es am Absetzen der Androfemonspritzen liegt. Seither ist auch mein Rücken wieder völlig abgeheilt und glatt.

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Mein Privatleben füllte beide Geschlechter in mir aus. Ich habe eine langjährige Partnerschaft mit einem Mann und zeitgleich eine Freundin. Beide wußten voneinander und akzeptierten dies mal mehr, mal weniger. Ab Oktober 2004 lebte ich dann in einer festen Partnerschaft mit einer Frau. Ab Dezember des gleichen Jahres wieder mit meinem langjährigen männlichen Partner. Man möchte meinen dass ich glücklich sein müßte, aber das werde ich wohl nie ganz sein. Ich suche immer noch nach meiner wahren Identität, aber finden werde ich sie wohl nie, weil ich sonst nicht das wäre was ich nun einmal bin, ein

 Hermaphrodit

 

Oktober 2003

Eben komme ich nach Hause, habe alle Befunde meines Endokrinologen in der Tasche und muß das erst mal alles verdauen.  Die Hormonspiegelanalyse brachte zum Vorschein, dass meine Testosteronwerte zu hoch sind  für jemanden dem man die Hoden entfernte. Der Professor sagte dass das Hodengewebe, welches offensichtlich noch in meinem Körper verblieb, daran Schuld habe. Ist das zu fassen ? Da wird man schon verstümmelt und dann wird auch noch gepfuscht !  Für mich Anlaß genug sofort die Östrogentherapie abzubrechen.

September 2005

Nun wird es bald ein Jahr das ich von weiblichen Östrogen auf das männliche Geschlechtshormon Testosteron umgestiegen bin. Da die, noch von mir selbst produzierte Menge, nicht ausreicht um den Bedarf meines Körpers zu decken. Es ist sicher wahnwitzig und völlig beschränkt, ja irre, wie viele meinen die Hormone zu injezieren die mein Körper einst von Natur aus selbst in ausreichender Menge produzierte. Doch diese natürliche Versorgung wurde mir ja geraubt. Aber über Sinn und Logik habe ich längst aufgehört nachzudenken.

Besäße ich noch meine Hoden wäre die Welt für mich in Ordnung, ich verabscheue diese Hormonersatztherapie. Leider ist es trotz aller Gutachten von Fachärzten und Professoren, die ganz eindeutig mein genetisches Geschlecht als männlich belegen, in diesem Staat nicht möglich sein Recht zu bekommen, um dass, was in meinem humangenetischen Gutachten steht, auch im Pass zu haben. Ich weiß nicht ob es Methode hat uns Hermaphroditen zu zermürben. Indem man alles auf die lange Bank schiebt und unnötig verkompliziert, bzw. unlogische, ja idiotische neue Fragen und Forderungen aufstellt durch welche ich erneut gedemütigt und unter psychischen Druck gesetzt werde. Ich weiß auch nicht ob es im Amtsgericht meiner Geburtsstadt unter den Richtern zu einer Ausbreitung der schlimmen Seuche Blödheit gekommen ist. Fragen über Fragen.

Meine partielle (teilweise) Androgenresistenz (Testosteronresistenz) macht mich nicht zu einem "richtigen" Manne, obwohl meine Gene und Chromosomen männlich sind. Aber den Passeintrag Zwitter, bzw. in meinem Falle "männlich intersexuell" oder Hermaphrodit gibt es nicht. Weil es uns Zwitter ja offiziell auch nicht gibt. Für den Staat und die Gesellschaft sind wir nicht exsistent. Das bekommt man ins Gesicht gesagt. Aber Fakt ist das ich lebe und genau DAS bin !!! Aber männlich ist auch nicht so ohne weiteres in den Pass, bzw. Geburtsurkunde zu bekommen. Es sei denn ich sage das ich transsexuell bin und lasse mir zwei Gutachten bei zwei unterschiedlichen Psychologen ausstellen. Doch dazu ist es zu spät. Da mein genetisches, also körperliches Gutachten eindeutig belegt das ich männlich bin !!! Es kann ja nicht sein das ein, von der Medizin bezeichneter Mann ein Mann sein will. Ich müßte also eine Frau sein um ein Mann werden zu können. Das bin ich aber auch nicht. Noch sehr viel weniger als ein Mann. Ein männlicher intersexueller wie ich, bei dem der Geburtseintrag fälschlicherweise weiblich lautet muß Kämpfen um seinen Personenstand ! Das ist leider die bittere Wahrheit in diesem Staat. Man möchte sich die Haare ausraufen und die ganze Welt mit Tränen ertränken weil der menschliche Verstand diese Miseren nicht erfassen kann. Aber wer vermag schon Gesetze zu verstehen, vor allem wenn es um die Personenstandgesetze geht. Hier herrscht Schubladendenken was es gilt auszumerzen.

Es werden nun von besagtem Richter am Amtgericht Z..... Fotos verlangt die meine eindeutige Männlichkeit belegen. Nach Möglichkeit auch ein Gutachten eines Urologen, welcher mein intersexuelles Genitale vermutlich vermessen und für männlich befinden soll. Wie bitte soll ich das denn machen ? Nachdem ich ohne meine Zustimmung kastriert wurde wie ein Dorfköter kann ich nicht mal mehr Hoden vorweisen. Ich habe keinen tiefen Bass und ich besitze feminine Züge. Trotz allem bin ich keine Frau. Ich bin natürlich auch kein Mann und möchte auch keiner sein. Ich bin nichts von alledem und komme damit sehr gut zurecht. Womit ich psychisch nicht zurechtkomme ist das Todschweigen unserer Existenz !!! Das Betiteln als "Patient" zu den man erst gemacht wird. Das Festlegen in nur zwei Geschlechtskategorien. Weil genau dass eine Lüge ist ! Muß ich nun zeitlebens mit dieser Lüge Leben ? Ich habe der Borniertheit den Kampf angesagt und werde zusammen mit meiner Anwältin für mein Recht Kämpfen. Durch die Willkür der Ärzte wollte man mich zu etwas weiblichen machen, gegen meinen willen, gegen meine Natur. Nie und nimmer werde ich mich dieser Farce ergeben und mich durch Demütigungen und Erniedrigung einschüchtern lassen. Die Vergangenheit hat mich abgehärtet und Aufgeben kommt ja nicht in Frage.

Diese Website ist mein Überdruckventil. Wenn ich mir keinen Rat mehr weiß schreibe ich mir die Last von meiner Seele. Ich bitte um Nachsicht für diese etwas emotionsgeladenen Äußerungen. Ich schreibe nicht nach Konzept oder Vorlagen. Ich schreibe wie das Leben ist...das Leben eines

Hermaphroditen

 

Januar 2006

Nun habe ich nach langem Ringen einen kleinen "Sieg" erreicht. Im Januar 2006 erhielt ich meine neue Geburtsurkunde, ebenso einen richterlichen Beschluss, der besagt dass man sich bei meiner Geburt getäuscht hatte und der Geburtseintrag nun in männlich korrigiert wurde. Von intersexuell bzw. Hermaphrodit wird selbstverständlich nichts erwähnt. Ich frage mich nun einmal mehr was das für ein "Sieg" für mich ist ? Es ist wohl zutreffend das ich biologisch männlich bin. Dennoch bin ich ein Mensch der zwischen den Geschlechtern lebt. Der sich nie in eine bipolare Geschlechterrolle fügen kann und wird. Ich habe es versucht, in die eine sowie in die andere Richtung, dabei habe ich versagt. Wie geht es nun weiter ? Ich weiß es nicht....   Fortsetzung folgt !

Copyright ©  Raphael L.
 

Sommer 2009

Ich habe das erste mal meinen Operationsbericht in vollem Umfang zur Kenntisnahme erhalten. 23 Jahre nach diesem traumatisierenden Eingriff. Mein Rechtsanwalt ermöglichte mir diesen kleinen Triumph. Doch was ich darin las erschütterte mich nun noch umso mehr. Ich zitiere:  "das Hodenpaar war regelrecht strukturiert, Spermiogenese vorhanden, Nebenhoden und Hodenhüllen zeigen keinerlei pathologische Veränderungen"   Zitat Ende.

Mit anderen Worten, es wurden kerngesunde männliche Geschlechtsorgane entfernt nur weil ich zu,  ich Zitiere:  "Der Patient ist eine auffallend hübsche Erscheinung"  Zitat Ende, hübsch war um als Mann zu leben ? Was ist das für ein IRRSINN der mit unsereins getrieben wird ? Wann hört diese perverse Idiotie auf ? Nicht jedes feminin wirkende, hübsche männliche Wesen, welches im Körper verborgene Hoden besitzt muss deshalb kastriert und fickbar gemacht werden!!! Die Bestien in weiss haben zwar nicht mein Genitale bekommen, doch dafür hat man mir die Möglichkeit genommen eine Familie zu gründen, gesund zu sein und ein unbeschwertes Leben zu führen. Stattdessen verlor ich einen Teil von mir selbst. Kämpfe mit nicht heilen wollenden seelischen Wunden, welche mich des Nachts nicht zur Ruhe kommen lassen. Wie lang reicht meine Kraft noch aus um den Kampf fortzusetzen?

 

Meine Diagnose : 

Diagnose laut humangenetischen Gutachten vom 21.10.2003 der Praxis für innere Medizin und Endokrinologie Professor Dr.med. G. Gobi (Name geändert) Mainz, Bahnhofsplatz 2

 - partieller Androgenrezeptorendefekt PAIS  (Partial
Androgen Insensitivity Syndrome) zu deutsch, ich habe biologisch genetisch einen normalen männlichen Körper zu 100% dennoch besitze ich eine partielle (teilweise) Resistenz gegen das männliche   Sexualhormon Testosteron. Aus diesem Grunde ist meine Stimme indiffernt, habe ich wenig Körperbehaarung, keinen Bartwuchs, sondern eher etwas weichen "Flaum" und innen liegende Hoden und ein intersexuelles Genitale.

- Mutation ATG GTG

- Codon 895 Exo 8

- normaler männlicher Chromosomensatz 46 / XY 

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Diagnose vom 30.11.2005 von Prof. Dr. med. G. Gobi (Name geändert)

- partielle Androgenresistenz  PAIS (Erklärung siehe oben)

 

 "Spielarten" der Natur."
Auf dem Weg zu Mann oder Frau kommt der Natur manchmal etwas dazwischen. Chromosomen fehlen oder sind überzählig, Enzyme versagen, Hormone fallen aus. Ärzte zählen Dutzende verschiedener Störungsbilder. So gibt es etwa ein Syndrom namens AIS (Androgen Insensitivity Syndrome). Bei Menschen mit diesem "Krankheitsbild" können die männlichen Hormone nicht wirken, weil entsprechende Empfangsmoleküle (Rezeptoren) für die Hormone fehlen. So verfügen AIS-Patienten zwar über Hoden im Körperinneren und männliche Erbanlagen, kommen aber äußerlich als Mädchen zur Welt. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass das Syndrom häufig erst spät entdeckt wird. Beim häufigsten intersexuellen Befund, dem Adrenogenitalen Syndrom (AGS), produzieren defekte Nebennieren zu viele männliche Sexualhormone. Dies führt bei weiblichen Embryonen manchmal zu einer sehr großen, penisähnlichen "Klitoris". Man spricht dann von weiblichen Pseudohermaphroditen. Selten hingegen sind jedoch echte Hermaphroditen, also Menschen, die sowohl Hoden als auch Eierstöcke haben.

Quelle: http://www.zdf.de vom 07.10.2002
Online-Redakteurin: Anne Hartmann

 Meine Geburtsurkunde

 *wurde aus Sicherheitsgründen entfernt !

 

 

 

 


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